Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich in den letzten 30 Jahren gefragt wurde, ob und wie man das Wachstum der Hufe fördern, also beschleunigen kann.

Auf die Frage "ob" gibt es eine einfache Antwort: "Ja, man kann".

Die Antwort auf die Frage "Wie?" ist da deutlich komplexer.

  • Wie entsteht Horn überhaupt?
  • Welche Faktoren haben Einfluss auf das Hornwachstum?
  • Wie kann ich diese Faktoren beeinflussen?

Das sind die Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen und die ich Dir hier beantworten möchte.

Warum das Hufwachstum fördern?

Ganz am Anfang steht aber eine andere Frage:Warum sollte man überhaupt das Hufwachstum fördern (wollen)?

Verhältnis Abnutzung/Wachstum stimmt nicht

Meistens stimmt das Verhältnis von Abnutzung zu Wachstum nicht mehr, wenn ich in diesem Zusammenhang befragt werde.

Das Pferd läuft häufig zunehmend fühliger, weil die Hufe einfach nicht so schnell nachwachsen, wie sie sich abnutzen.

Man kann das Pferd dann mit einem zeitweisen (Hufschuhe) oder dauerhaften (Beschlag/”Bekleb”) Hufschutz versehen, es weniger, oder auf weniger abschleifenden Untergründen bewegen, oder eben versuchen das Hufwachstum so stark zu fördern, dass das Horn so viel nachwächst, wie es abgenutzt wird, wenn man es so nutzt, wie man es eben möchte.

Defekte der Wand

Ein weiterer häufiger Grund sind Defekte der Hornwand, wie etwa große, ausgebrochene Stellen. Ob sie nun von einem unglücklichen Tritt auf einen Stein, oder eine Kante, oder durch das abtreten eines Beschlages entstanden sind, wecken sie oft bei Besitzer und Hufbearbeiter den Wunsch, das Wachstum der Hufe zu beschleunigen, um möglichst bald wieder einen intakten Huf zu haben.

Große Fehlstellen in der Hufwand entstehen auch bei der Behandlung von Hufgeschwüren/Hufabszessen, losen oder hohlen Hufwänden und Hornspalten.

In diesen Fällen ist es besonders wünschenswert, dass diese fehlerhaften Stellen möglichst schnell herauswachsen, um wieder eine intakte, gut tragfähige Hornkapsel zu haben.

Stellungskorrektur

Korrekturen der Hufstellung sind viel einfacher, wenn man genügend Horn hat, welches man an den richtigen Stellen entfernen kann. Ein weiterer guter Grund, das Wachstum fördern zu wollen.

Wie wächst der Huf?

Bevor ich gleich zu den Faktoren komme, die das Wachstum des Hufes beeinflussen, möchte ich dir ganz kurz schildern, wie ein Huf überhaupt wächst.

Die Wand des Hufes entsteht im Kronsaum, auch Kronrand genannt. Dies ist der etwas wulstige Ring am Übergang vom Horn zu den Haaren über dem Huf.

Die Wulst ist nach innen hin so dick, wie die Hufwand dick ist. Das Bindegewebe, welches diese Wulst bildet, ist nach unten hin mit einer Lederhaut bedeckt (Kronlederhaut), welche sehr gut durchblutet ist.

Auf dieser Lederhaut liegt die Oberhaut, die aus mehreren Schichten besteht. Hier entstehen die Zellen, die in mehreren Schritten verhornen und schließlich absterben. Diese verhornten, abgestorbenen Zellen bilden das Material der Hufwand. Weil die Zellteilung in den oberen Schichten immer weiter geht, entstehen immer wieder neue Zellen, die verhornen und absterben und wieder von den neu entstehenden nach unten geschoben werden.

Interessant ist, dass die Oberhaut selbst keine Blutgefäße besitzt, sondern von der Lederhaut, auf der sie liegt, durch Diffusion mit Nährstoffen versorgt wird.

Nach diesem Prinzip wird alles Horn gebildet, welches man am Huf finden kann:

  • Die Hufwand von der Leder- und Oberhaut des Kronsegmentes
  • Die Sohle von der Oberhaut der Sohlenlederhaut, welche das Hufbein auf seiner Unterseite bedeckt
  • Der Strahl von der Oberhaut der Strahllederhaut, welche auf dem Strahlpolster ist

Wenn Du genau wissen möchtest, wie die Wachstumsprozesse im Huf ablaufen, empfehle ich Dir, meine Abschlussarbeit für die staatliche Hufbeschlagsprüfung zu lesen. Diese hatte nämlich genau dieses Thema: https://hippophil.de/hufwachstum/

Faktoren mit Einfluss auf das Hornwachstum

Nun aber endlich zu den Faktoren, die mitbestimmen, wie schnell das Horn wächst!

Genetik

An der Genetik kommen wir nicht vorbei! 

Wie sehr auch immer wir uns bemühen, Bedingungen zu schaffen, die das Hornwachstum unterstützen, funktioniert dies doch immer nur in dem Rahmen, den die genetische Ausstattung des einzelnen Pferdes steckt!

Das kennen wir auch beim Menschen:

Der eine hat dicke Fingernägel oder volles Haar, der andere eher weniger….

Aber wie auch bei uns selbst, können wir auch beim Pferd dazu beitragen, in den Grenzen der Genetik das Beste herauszuholen, indem wir möglichst gute Voraussetzungen schaffen.

Durchblutung

In meinen Augen das Wichtigste ist die Durchblutung der Lederhäute.

Um den Nachschub von Nährstoffen und Bausteinen für die Hornbildung zu gewährleisten, müssen die Lederhäute gut durchblutet sein!

Damit ist nicht nur eine möglichst gute Hornqualität gewährleistet, sondern auch, dass die im  genetischen Rahmen des Individuums höchstmögliche Hornbildungsrate verwirklicht werden kann.

Wenn nicht genügend Einzelteile geliefert werden, können die Arbeiter am Fließband sich noch so anstrengen, sie werden die Produktion nicht steigern können.

Jahreszeiten

Pferde im Schnee

Dass im Sommer das Hufhorn schneller wächst als im Winter, ist vielen schon bekannt. 

Aber warum ist das so?

Das liegt vor allem am Einfluss des Hormons Prolaktin. Dieses Hormon regt unter anderem die Zellteilung in den Zellen der Oberhaut an. Ist mehr Prolaktin im Blut vorhanden, teilen sich die Zellen schneller. Es wird also mehr Horn pro Zeiteinheit gebildet.

Prolaktin wird vom Pferdekörper selber gebildet. Wie viel Prolaktin vom Körper gebildet wird, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: zum einen von der Umgebungstemperatur, vor allem aber von der Menge an Licht, die ins Auge fällt. Die Gesamtmenge an Licht wird dabei zum einen von der Lichtintensität, zum anderen von der Dauer des Lichteinfalles bestimmt.

An langen, hellen Sommertagen wird also mehr Prolaktin (und damit auch mehr Horn) gebildet als an kurzen dunklen Wintertagen.

Außerdem ändert sich im Laufe der Jahreszeiten meist auch die Zusammensetzung des Futters.

Damit haben wir eine Überschneidung und Überleitung zum nächsten Kapitel:

Ernährung

Pferdefutter

Eiweiß!

Die Menge und Zusammensetzung des in der Nahrung des Pferdes enthaltenen Proteins hat eine direkte Auswirkung auf die Hornbildungsrate. 

Wenn nicht genügend Eiweiß im Futter enthalten ist, ist die Hornbildung verringert.

Gibt es ein reichliches Eiweißangebot wird vermehrt Horn gebildet.

Besonders die schwefelhaltige Aminosäure Cystein hat großen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Neubildung von Horn.

Ist reichlich Cystein im Futter enthalten, kann auch viel Horn in relativ kurzer Zeit gebildet werden. Zwar kann dieser Stoff auch vom Organismus aus anderen Aminosäuren hergestellt werden, doch besser klappt es ohne diesen Umweg.

Der Eiweißgehalt von Gras ist höher als der von Heu, deswegen fangen bei den meisten Pferden mit Beginn der Weidesaison die Hufe an, schneller zu wachsen.

“Wenn das Gras wächst, wachsen auch die Hufe", habe ich früher öfter gehört…

Auch wenn nicht alles stimmt, was man früher so gesagt hat, denn früher hat man auch das vermehrte Vorkommen von Hufrehe im Mai auf den besonders hohen Eiweißgehalt der Weide in diesem Monat zurückgeführt. Heute weiß man, dass es nicht am Eiweiß liegt.

Eiweiß ist natürlich nicht der einzige "Baustein", dessen Verfügbarkeit wichtig für die Hornbildung ist, aber doch einer, der einen großen Einfluss auf die Menge des gebildeten Horns hat.

Fehlt es an Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen, kann dies die Hornproduktion ebenfalls bremsen. Dies kommt aber deutlich seltener vor, als man vielleicht denken möchte.

Dies trifft meiner Meinung nach vor allem auf das recht populäre Biotin zu, an dem selten Mangel herrscht. Und falls es doch einmal fehlen sollte, macht es sich eher in Form einer schlechten Hornqualität als in Form von zu wenig Wachstum bemerkbar.

Haltung

Auch wie ein Pferd gehalten wird, hat Einfluß darauf, wie schnell seine Hufe wachsen. 

Wenn ein Pferd sich viel bewegt, werden seine Hufe besser durchblutet und sie wachsen besser. Auch die Untergründe, auf denen ein Pferd sich bewegt, haben einen Einfluss auf die Durchblutung. Eine Fläche mit kleinen runden Kieseln kann durchaus einen wachstumsfördernden “Massageeffekt” auf die Hufe haben. Dies funktioniert aber nur, wenn die Hornqualität gut und die Kiesel nicht zu kantig sind. Sonst kann es passieren, dass der wachstumsfördernde Effekt durch erhöhten Abrieb mehr als ausgeglichen wird.

Zur Haltung gehört auch die Hufbearbeitung. Untersuchungen zeigen, dass das Hufwachstum durch die Hufbearbeitung angeregt wird.

Auch dies dürfte wohl auf den oben schon erwähnten Massageeffekt durch die kürzeren Hufe und die infolgedessen vermehrte Durchblutung zurückzuführen sein.

Was kannst Du das Hufwachstum fördern?

Wenn Du bis hier gelesen hast, hast Du schon einiges über das Hufwachstum und die Faktoren, die es beeinflussen, gelernt.

Ich fasse in diesem Abschnitt noch einmal zusammen, was Du konkret tun kannst, um das Hufwachstum zu verbessern.

Haltungsbedingungen optimieren

Viel Bewegung

Das Pferd ist nicht zum Herumstehen geschaffen! Bewege Dein Pferd möglichst viel. Gymnastizierender Sport ist nicht nur für die Hufe förderlich. Auch die Muskeln und damit der ganze Bewegungsapparat, die Lunge und der Verdauungsapparat profitieren davon.

Die Hufe werden durch die Beanspruchung besser durchblutet und die hornbildenden Zellen zu vermehrter Aktivität angeregt.

Aber auch von dieser “Arbeit” abgesehen soll das Pferd möglichst viel Gelegenheit und Anreiz zur Bewegung haben.

Weide- oder Offenstallhaltung sind in diesem Zusammenhang ideal. Aber auch andere Haltungsformen, die eine ständige freie Bewegung ermöglichen, sind gut. 

Boxenhaltung ist auch in Ordnung, sofern die Pferde genügend Auslauf bekommen. 

Nach meiner Meinung sind acht Stunden Weidegang am Tag nicht genug Bewegung. Ich meine, die Tiere sollten nicht mehr als acht Stunden in der Box verbringen, denn acht Stunden Weide oder Paddock bedeuten 16 Stunden pro Tag in der Box.

Es nützt auch nichts, wenn sie den ganzen Tag “draußen” sind und sich dabei nicht bewegen, wie man das häufig auf Paddocks beobachten kann.

Sinnvoll ist es, den Pferden Anreize zu geben, den Ort zu wechseln. Auf Gras ist das in der Regel kein Problem, da sie sich dann automatisch “von Halm zu Halm” bewegen. Deswegen ist ein Rundlauf so praktisch, da man die Menge des aufgenommenen Grases etwas begrenzen kann und die Pferde dennoch in Bewegung bleiben.

Zu den möglichen Nebenwirkungen von “Viel Bewegung” lies den nachfolgenden Abschnitt.

Untergrund

Hufe auf Kies

Es macht einen großen Unterschied für die Durchblutung der Hufe, auf welchem Untergrund sich das Pferd fortbewegt.

Im Allgemeinen wird für Pferde ein “mäßig eindrückbarer Boden” empfohlen, in den der Huf ein wenig einsinkt, wenn er belastet wird. Der Sohlenraum unter dem Huf wird dann etwas gefüllt und die ganze Hufunterseite zum Mittragen des Körpergewichtes herangezogen.

Der Hufmechanismus wird auf sein natürliches Maß begrenzt und das Horn von Strahl und Sohle ein wenig abgenutzt, was beispielsweise Fäulnis und umklappenden Eckstreben in gewissem Maße vorbeugen kann. 

Nebenbei bemerkt: Die Belastung des Strahles unter diesen Bedingungen führt meines Erachtens weder zu einem “verbesserten” Hufmechanismus, noch zu einer nennenswerten Steigerung des Blutflusses im Huf durch eine “Pumpwirkung”. 

Einen nennenswerten Beitrag zur Blutförderung dürfte aber der Hufbeinträger leisten, der sich zusammen mit den in ihm enthaltenen Blutgefäßen unter Belastung (!) dehnt, wobei sich diese Blutgefäße mit Blut füllen, welches beim Zusammenziehen des Hufbeinträgers in der Entlastungsphase wieder ausgepresst wird.

Eine Förderung der Durchblutung über dieses normale Maß hinaus -und damit eine Förderung des Hufwachstums- erreicht man durch punktuelle Belastung vor allem der Sohle, beispielsweise durch nicht zu groben, runden Kies oder Ähnliches.

Es wird verschiedentlich empfohlen solche Flächen in den Auslauf mit einzubauen, um einen Massageeffekt auf die Sohlenlederhaut zu erzielen.

Durch deren Reizung wird wiederum die Durchblutung im Huf verstärkt.

Wenn Du diesen Effekt am eigenen Leib erfahren möchtest, laufe einmal eine längere Strecke über feinen Kies oder groben Sand. Du wirst danach durch die vermehrte Durchblutung ziemlich warme Füße haben.

All diese Maßnahmen um durch vermehrte Bewegung eine bessere oder vermehrte Durchblutung zu erreichen haben eine mögliche Nebenwirkung:

Erhöhter Abrieb.

Viel Bewegung erhöht je nach Untergrund in unterschiedlichem Maße auch den Verschleiß des Hufhornes. Es kann also durchaus vorkommen, dass  das “Mehr” an Hufwachstum durch das “Mehr” an Verschleiß wieder ausgeglichen wird. Die Hufe werden dann nicht länger, obwohl sie schneller wachsen. 

Das ist egal, wenn es bei der Wachstumsförderung um das schnellere Herauswachsen von Horndefekten oder eine allgemeine Verbesserung der Hornqualität geht.

Wenig Effekt hat es aber, wenn Du möchtest, dass Dein Pferd wegen Fühligkeit etwas längere Hufe bekommt, oder das Ziel war, mehr Horn für eine Stellungskorrektur zur Verfügung zu haben.

Was man letztlich bekommt, weißt Du erst, wenn Du es ausprobierst…

“Mehr Licht”

Da, wie oben schon erklärt, mehr Licht einen höheren Prolaktinspiegel im Blut erzeugt und damit das Hornwachstum anregt, sollten Pferde nicht viel Zeit in dunklen Boxen verbringen. 

Das ergibt sich aber alleine schon aus dem oben genannten Gebot, möglichst viel Zeit “draußen” bei freier Bewegung zu verbringen und dürfte auch sonst der Gesundheit des Pferdes zuträglich sein.

Pflege

Hufpflege

Wie schon erwähnt, zeigen Untersuchungen, dass das Bearbeiten der Hufe zu mehr Wachstum führt. Gründe sind dort nicht angegeben, aber ich vermute, dass vor allem zweierlei für diesen Effekt verantwortlich ist:

  • Da der Huf nach der Bearbeitung kürzer ist und möglicherweise auch Horn von Sohle und Strahl abgetragen wurde kommen die “Massageeffekte” durch den Kontakt mit dem Untergrund stärker zum Tragen.
  • Bei asymmetrischen Hufformen oder Zwanghufen kann die korrekte Bearbeitung dazu führen, dass die Hufe gleichmäßiger belastet werden. Zu starke Belastung einzelner Bereiche des Hufes kann aber zu einer schlechteren Durchblutung dieser Bereiche führen und verminderte Durchblutung zu ebenfalls verminderter Hornbildung.

Pflege der Hufe

Huffett auftragen

Zum Aufbringen von “pflegenden” Produkten auf den Huf, wie Huffett, Lotionen oder ähnlichem muss ich leider sagen:

Alles, was von außen auf das Horn aufgetragen wird, ist sinnlos.

Zumindest, was einen erhofften Effekt auf das Hornwachstum angeht, da das Horn aus abgestorbenen Zellen besteht. Diese können nicht zur Zellteilung angeregt werden.

Der Kronrand ist das einzige hornbildende Gewebe, das von außen einigermaßen zugänglich ist. Dort wird das Horn der Hufwand gebildet.

Reibt man also den Kronsaum mit durchblutungsfördernden Mitteln ein, ist durchaus eine Wirkung zu erwarten und kann auch regelmäßig beobachtet werden.

Diese Mittel haben eine leicht reizende Wirkung auf die Haut und sind deswegen mit einer gewissen Vorsicht anzuwenden.

Hältst Du Dich an die Vorschriften der Hersteller, sind in der Regel keine negativen Auswirkungen zu erwarten. Dennoch solltest Du den Kronsaum gut im Auge behalten. Zeigen sich Schwellungen oder Rötungen, die nicht innerhalb kurzer Zeit abklingen, oder “schuppt” sich die Oberhaut an den behandelten Stellen, solltest Du mit der Behandlung aufhören oder ein anderes Mittel probieren.

Es gibt Pferde, die überempfindlich auf bestimmte Stoffe reagieren, oder eine Überempfindlichkeit im Laufe der Zeit ausbilden.

Lorbeeröl

Ein traditionell häufig verwendetes Mittel ist Lorbeeröl, oder genauer Lorbeerblätteröl, welches aus den Blättern des Lorbeerbaums gewonnen wird.

Es gibt zahlreiche Hufpflegeprodukte, die dieses Öl enthalten. Ob diese das Hufwachstum fördern können, hängt vor allem von der Konzentration an Lorbeerblätteröl ab.

Ist zu wenig enthalten, hat es nicht die gewünschte Wirkung, ist zu viel enthalten, ist die Gefahr von Überempfindlichkeitsreaktionen zu groß.

Ich halte eine Konzentration von 20% für optimal.

Lorbeerblätteröl wird häufig im Internet 100%ig angeboten. Dies solltest Du auf keinen Fall unverdünnt anwenden!

Du kannst es selbst verdünnen, auch wenn es ein bisschen Arbeit ist, weil Lorbeerblätteröl bei Zimmertemperatur eine pastöse Konsistenz hat:

  • Kaufe im Drogeriemarkt eine 500g Dose Melkfett oder fette Ringelblumensalbe
  • entnehme mit einem Löffel etwa ein fünftel des Inhaltes, also etwas 100g
  • stelle die Dose in ein 40-50 Grad warmes Wasserbad
  • wenn das Fett geschmolzen ist gebe etwas 100g Lorbeerblätteröl hinzu
  • rühre das Ganze so lange, bis alles geschmolzen ist
  • lasse die Mischung abkühlen und fest werden

Falls Du eine flüssigere Zubereitung haben möchtest, benutze 400g Olivenöl und 100g Lorbeerblätteröl und verfahre wie beschrieben.

Wenn Dir das zu aufwändig ist, kannst Du im Handel gute Produkte mit einem Gehalt von 20% erwerben.

Das Mittel trägst Du einmal täglich auf den sauberen und unverletzten Kronrand auf. Noch einmal: Der Kronrand ist der etwas wulstige Übergang vom Huf zu den Haaren.

Auf den Huf selber aufgetragen wirst Du nicht die gewünschte Wirkung erzielen und verschwendest nur das Mittel.

Minderwertiges Horn?

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass vor allem in den Foren und Gruppen im Internet dieses Verfahren umstritten ist.

Es wird dort häufig behauptet, die erzeugte Hautreizung die zur vermehrten Durchblutung führt, sei eine künstlich hervorgerufene Entzündungsreaktion und der solchermaßen entzündete Kronrand würde infolgedessen nur minderwertiges Horn produzieren.

Ich bin anderer Meinung und habe auch andere Erfahrungen gemacht.

Die so behandelten Hufe haben nach meiner Erfahrung die gleiche Hornqualität wie zuvor, nur wachsen sie in der Regel schneller.

Fütterung

Vorab: Ein gesundes Pferd braucht keine spezielle Fütterung, um gute Hufe mit ausreichendem Wachstum zu haben. Gras von einer guten Weide mit einer für Pferde geeigneten Gräser- und Kräutermischung, hochwertiges, für Pferde geeignetes Heu und eventuell ein bisschen Mineralfutter reichen in der Regel völlig aus.

Wenn Du mit Deinem Pferd richtig sportlich unterwegs bist, darf es auch eine angemessene Menge Kraftfutter, gerne Hafer (wenn Dein Pferd das verträgt) sein.

In der Regel werden die meisten Pferde heutzutage viel zu reichlich gefüttert. Das ist jedenfalls meine Meinung und meine Erfahrung. Es ist ja auch nicht leicht, den Versprechen der Futtermittelhersteller zu widerstehen und Liebe geht ja schließlich auch durch den Magen, oder?

Die nächsten Kapitel beziehen sich ausdrücklich auf Pferde, bei denen eine Optimierung des Hufwachstums aus den weiter oben genannten Gründen erwünscht ist.

Eiweißversorgung

Gewöhnlich ist im Pferdefutter ausreichend Protein enthalten. Wie schon erwähnt, ist eine ausreichende Eiweißversorgung nötig, um eine gute Hornproduktion zu gewährleisten.

Wer “Eiweiß” im Zusammenhang mit Pferdefutter hört, denkt mitunter “Hufrehe”.

Früher dachte man, dass zu viel Eiweiß im Futter des Pferdes diese gefürchtete Erkrankung auslösen kann. Dies hat sich im Laufe der Jahre als falsch erwiesen, so dass eine Erhöhung der Eiweißzufuhr in dieser Hinsicht unproblematisch ist. 

Eine solche Erhöhung ergibt sich in der Weidesaison aus dem höheren Gehalt von Eiweiß im frischen Gras. (siehe oben).

Wenn Du ein altes Pferd mit erhöhtem Eiweißbedarf hast, lohnt es sich aber trotzdem vor einer Erhöhung der Zufuhr Deinen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Dieses “Mehr” an Protein muss vom Organismus auch bewältigt und die Stoffwechselprodukte müssen ausgeschieden werden. Also werden Leber und Nieren mehr gefordert.

Wenn es nur um das Hufwachstum geht, reicht es in der Regel eine relativ geringe Menge an schwefelhaltigen Aminosäuren zuzuführen, vor allem Cystein.

Diese sind in den gängigen Zusatzfuttermitteln, die auf die Unterstützung der Hufe ausgelegt sind, ausreichend enthalten. Diese enthalten ebenfalls Mineralstoffe - vor allem Zink, Kupfer und Selen - sowie Vitamine. Die Zusammensetzung ist so gestaltet, dass alle für die Hornsynthese benötigten Stoffe in ausreichendem Maße ergänzt werden.

Wenn Du bisher schon ein “allgemeines” Mineralfutter verwendet hast, solltest Du unbedingt genau hinschauen, ob nicht von dem einen oder anderen Stoff, der in beiden enthalten ist, zu viel zugeführt wird, wenn Du beide gleichzeitig verwendest.

Entweder fragst Du diesbezüglich jemanden, der sich wirklich damit auskennt, oder Du fütterst die beiden abwechselnd. Zum Beispiel das eine 3 Monate und dann das andere 3 Monate. 

Mangel

Nicht nur der Mangel an Eiweiß kann die Hornbildung beeinträchtigen, sondern auch der Mangel an Vitaminen, aber vor allem Mineralien. Vor allem Kupfer, Zink und Selen sind hier entscheidende Elemente.

An Zink kann es schon einmal mangeln, bei Kupfer kommt das seltener vor. Bei Selen ist es regional recht unterschiedlich.

In jedem Fall ist es ratsam, den Mangel auch anhand einer Blutuntersuchung nachzuweisen, statt ihn nur zu vermuten.

Ist eine moderate Überversorgung mit Zink noch relativ harmlos, kommt eine Überversorgung mit Selen schon eher einer Vergiftung gleich. Besonders tückisch ist, dass die Symptome eines Selenmangels und die einer Selenüberversorgung praktisch die gleichen sind.

Biotin

Wenn von den Hufen die Rede ist, kommt häufig der Tipp, Biotin zu füttern.

Das ist zwar nicht wirklich falsch, weckt aber zumindest häufig falsche Hoffnungen.

Es ist zwar unbedingt nötig, wenn der Körper Horn herstellt, aber:

  • Biotin kann von den Darmbakterien hergestellt und zur Verfügung gestellt werden
  • ein Mangel ist nach meiner Meinung relativ selten, weswegen es nach meinen Erfahrungen nur bei etwa 20 % der Pferde eine nennenswerte Wirkung zeigt (geschätzt)
  • Biotin kann die Hornqualität steigern, aber nicht die Wachstumsrate

Der letzte Punkt ist hier besonders bedeutsam. da es hier ja gerade um die Förderung des Hufwachstums geht.

Wenn die Qualität des gebildeten Horns durch Biotin Gabe steigt, kann es durch den verminderten Abrieb natürlich so aussehen, als wenn die Hufe schneller gewachsen wären, dabei haben sie sich nur weniger abgenutzt.

Das ist für Deinen Zweck egal, Hauptsache die Hufe werden etwas länger?

Gut, dann lohnt vielleicht der Versuch, ob Dein Pferd zu den von mir geschätzten 20% der Pferde gehört, bei denen es Nutzen bringt.

Bedenke aber, dass das Horn, welches unter dem Einfluß der Biotin Gabe erzeugt wurde, etwa 9 bis 12 Monate braucht, bis es vom Kronrand bis zum Boden gewachsen ist.

Erst nach diesem Zeitraum würde ein eventueller Effekt sichtbar.

Kräuter (Ginkgo)

Ginkgoblätter

Dass die Gabe von Kräutern das Hufwachstum beschleunigen könnte, darauf hat mich vor Jahren eine Kundin gebracht, die selber eine Tierheilpraktikerin ist. Ihr Pferd hatte ein paar hartnäckige Hufprobleme. Einige konnte ich durch Hufzubereitung und einen individuellen Beschlag lösen. Gegen die anderen versuchte sie hartnäckig anzufüttern.

Bei einem Beschlag Termin fiel mir auf, dass die Hufe länger waren als sonst. Da ich nun mehr Horn entfernen konnte, besserten sich die Hufe von Termin zu Termin.

Sie eröffnete mir, dass sie nun zusätzlich zu einem oben erwähnten Ergänzungsfutter für die Hufe noch 30g getrocknete Ginkgoblätter pro Tag fütterte.

Sie habe sich gedacht, dass Ginkgo ja nachgewiesenermaßen beim Menschen eine Verbesserung der Durchblutung der Extremitäten bewirke. Deswegen, so ihr Gedankengang, sollte es beim Pferd doch eigentlich auch so sein und deswegen vermutete sie, verbessere sich die Aufnahme der zugeführten Mineralstoffe durch die nun besser mit Blut versorgten Lederhäute der Hufe.

Diese könnten deswegen nun vermutlich besseres Horn bilden.

Obwohl zu diesem Thema (beim Pferd) keine guten Studien existieren, gab ihr zumindest der Erfolg recht.

Diesen Tipp habe ich in den letzten Jahren häufig weitergegeben und sowohl die betreffenden Kunden, als auch ich haben den Eindruck, dass es wie gewünscht funktioniert.

Die Fütterung von Ginkgo zusammen mit einem Ergänzungsfutter, das auf die Hufe abgestimmt ist, scheint besser zu wirken, als die Gabe des Ergänzungsfuttermittels alleine.

Auch die ausschließliche Gabe von Ginkgo scheint in den meisten Fällen diesen Effekt zu haben.

Andere Kräuter habe ich in diesem Zusammenhang nicht ausprobiert, da Ginkgo mich überzeugt hat. Es scheint nicht nur einen positiven Einfluss auf das Hufwachstum zu haben, es wird nicht nur gut vertragen, sondern in der Regel auch gern gefressen.

Dieses Kraut hat mich so überzeugt, dass ich es in die Reihe der hippophil® Produkte aufgenommen habe: https://hippophil.de/produkte/

Enge Eisen -> enge Hufe?

Ich möchte gleich vorweg eines klar stellen:

Keinesfalls möchte ich hier das Anbringen zu enger Hufeisen an einen Huf gutheißen oder gar propagieren! 

Ich wundere mich nur manchmal darüber, welche ursächlichen Zusammenhänge hergestellt werden.So ist oft zu lesen oder zu hören, dass die Verwendung zu enger Hufeisen beim Beschlagen eines Pferdes dazu führen, dass die Hufe enger werden, oder gar ein Zwanghuf werden. Angeführt wird dann oft das Bild vom zu engen Schuh, der den Fuß einengt und womöglich sogar zusammenquetscht. Ich meine, dass sich dies nicht vergleichen lässt.Nicht nur sind der menschliche Fuß und der des Pferdes anatomisch kaum miteinander zu vergleichen, sondern vor allem ein Hufeisen und ein Schuh lassen sich nicht vergleichen.

Das Hufeisen ist kein Schuh!

Der Fuß steckt in dem Schuh, aber der Huf steht auf dem Eisen.

Eine kluge “Kommentar-Diskutantin” wies mich letztens darauf hin, das aber doch die Nägel, die das Hufeisen am Huf festhalten und in dem Horn steckten den Hufmechanismus behindern würden und somit doch quasi eine Art innere Schuhhülle bilden würden.

Das ist ein stimmiges Bild, aber ich finde, es ist doch ein eklatanter Unterschied, ob ich einen Fuß in einen zu engen Schuh hinein zwänge, oder ob der Huf auf dem Eisen sich durch die Nägel sich etwas weniger ausdehnen kann. “Etwas weniger” schreibe ich deswegen, weil die Nägel ja in dem Bereich des Hufes stecken, der sich ohnehin am wenigsten bewegt:

Eingeschränkter Hufmechanismus? 

In der Zehen- und vorderen Seitenwand. (Kranial der weitesten Stelle findet im Rahmen des Hufmechanismus kaum Bewegung in der unteren Hornwand statt (BUCHNER 2020)) Nach RUTHE 1997 findet in dem Segment in dem die Nägel sich befinden sollen ( vor der weitesten Stelle des Hufes) sogar gar keine Bewegung statt.

Die Hauptbewegung des Hufmechanismus ist ein Auseinanderweichen der Trachten in einer Größenordnung von 2-4 mm. 

Doch auch wenn ich diese Quellen außer acht lasse und davon ausgehe, dass die Nägel den Hufmechanismus behindern, sehe ich immer noch keinen Unterschied, ob die Nägel sich nun in einem engen oder in einem weiten Eisen befinden.Sie befinden sich nämlich in jedem Fall in der weißen Linie der Zehen- oder vorderen Seitenwand des Hufes und ob die Eisen als “eng” oder “weit” zu bezeichnen sind, entscheidet sich erst hinter der weitesten Stelle des Hufes. 

Enges Hufeisen/weites Hufeisen

Ein “schulmäßig” gelegtes Eisen folgt nach der weitesten Stelle des Hufes dem Verlauf des Kronrandes. Ein “zweckmäßig” gelegtes Eisen ist hinter der weitesten Stelle des Hufes zumindest so weit gelegt, dass der Huf auch am Ende der Beschlagperiode auch in der Belastungsphase des Hufes (dem Moment der maximalen Ausdehnung der Trachten) noch auf das Eisen passt, ohne überzustehen.

Ein zu enges Eisen ist also entweder so eng, dass es am Ende der Beschlagperiode nicht mehr passt, also der Huf über den Rand des Beschlages übersteht (der Huf  ist “übergewachsen”) oder es ist von vornherein so eng, dass die Trachten durch den Hufmechanismus bei jedem Schritt über den Rand hinausragen.

Folgen eines zu engen Eisens

Beides kann dazu führen, dass die Hufwand, die über den Rand hin und her rutscht Schaden nimmt (z.B. Ausbrechen), oder der Eisenschenkel oder das Schenkelende Druck auf die Sohle verursacht.Aber ist der Hufmechanismus eingeschränkt? Ich sehe nicht, wodurch das bewirkt werden sollte.In besonders krassen Fällen, in denen das Eisen geradezu eingewachsen ist, scheint mir die Bewegung sogar unnatürlich verstärkt zu werden.

Enges Eisen macht keinen Zwanghuf

Mein Fazit ist: Ich glaube nicht, dass man einen Zwanghuf verbessern kann, indem man einfach nur ein enges durch ein weites Eisen ersetzt, aber sonst nichts ändert.

Immer wenn ich hier von “Eisen” spreche, könnte es auch ein sonstiger Beschlag oder “Bekleb” sein. (Nur weil beim bekleben keine Nägel verwendet werden, heißt es doch nicht, dass im Bereich der Klebung der Huf nicht mit seiner Form an die Form des "Beklebes" geklebt wird, oder?).

Zu diesem Beitrag gibt es eine Podcast Folge des hippophil Podcast!

Warum der Huf Druckverband bei der Versorgung von Löchern in der Hornkapsel unerlässlich ist

 

Immer wieder hat es mich in den letzten Jahren erstaunt, wie wenig das Prinzip des Hufdruckverbandes bekannt zu sein scheint. Seine Bedeutung bei der Versorgung von Öffnungen im Huf eines Pferdes, die bis auf die Huflederhaut reichen ist enorm. Sein Nutzen ist garnicht hoch genug einzuschätzen. Obwohl die erwähnten Öffnungen in der Hornkapsel häufig von Fachleuten vorgenommen werden um ein Hufgeschwür zu finden oder abfließen zu lassen oder beispielsweise den Kanal eines eingedrungenen Fremdkörpers (“Nageltritt”) zu öffnen um Infektionen Vorzubeugen, wird von diesen Experten in manchen Fällen versäumt einen Hufdruckverband anzulegen.

Dies kommt zum Glück nicht sehr häufig vor, aber dass es überhaupt vorkommt, ist ein großes Ärgernis und kann für die betroffenen Pferde und ihre Besitzer zu einem riesigen Problem werden.

 

Ein schlechtes Beispiel

Erst kürzlich habe ich am Rande mitbekommen, dass bei einem Pferd, welches sich einen Nagel eingetreten hatte, dieser von einem gutmeinenden Zeitgenossen entfernt wurde. Dies ist ansich schon fahrlässig, da bei einem Vorgehen nach den Regeln der Kunst der Nagel (oder sonstiger Gegenstand) im Huf belassen wird, bis der Tierarzt da ist und anhand einer Röntgenaufnahme abschätzen kann, wie tief der Gegenstand in den Huf eingedrungen ist und welche Strukturen im Huf verletzt worden sein könnten. Erst dann wird das weitere Vorgehen entschieden.

Aber gut, dieses Kind war also schon in den Brunnen gefallen. Kein Grund, das nächste hinterher zu schubsen, würde ich sagen.
Doch im weiteren Verlauf wurde der Kanal bis zur Lederhaut nachgeschnitten, so dass ein Loch von gut einem cm Durchmesser in der Sohle zurückblieb, durch dass man die Lederhaut sehen und fühlen konnte.
Die Wunde wurde gespült und desinfiziert und das Pferd mit einem Antibiotikum versorgt.
Leider haben weder der Tierarzt noch der Hufmensch einen Hufdruckverband angelegt. Warum das denn so wichtig ist?

 

Was passiert ohne Hufdruckverband?

 

Das Hufbein, also der Knochen im Huf, ist (unter anderem) auf seiner Unterseite mit einer dicken Lederhaut ausgestattet, die das Sohlenhorn bildet. Diese Lederhaut ist also gewissermaßen zwischen dem Knochen und der Hornkapsel eingeklemmt. Wenn der Huf mit Gewicht belastet wird, entsteht im Hufinneren Druck, der die Lederhaut etwas gegen die Hornschicht drückt. Wenn in der Hornkapsel ein Loch ist, kann es passieren, dass die Lederhaut sich durch den Druck im Inneren des Hufes durch das Loch nach außen wölbt. Dabei wird sie aber an den Rändern des Loches unter Umständen gequetscht und die Durchlutung des vorgewölbten Stückes vermindert oder gar unterbrochen.
Dadurch kann es absterben (Nekrose) oder ist zumindest sehr stark anfällig für Infektionen.

 

Komplikation Lederhautvorfall

 

Den Prozess der Vorwölbung durch das Loch im Horn nennt man Huflederhautvorfall. Dies ist eine ernste Komplikation, die die Heilung stark verzögern, manchmal sogar verhindern kann.

In dem oben erwähnten Fall führte der Lederhautvorfall dazu, dass das Pferd 3 Wochen mit unsicherer Prognose in der Tierklinik verbrachte. Es hatte sich eine Infektion gebildet, die schon das Hufbein in Mitleidenschaft gezogen hatte.

 

Das Prinzip des Druckverbandes am Huf

 

Das Prinzip des Druckverbandes am Huf ist simpel:

 

Die Lederhaut wird gut desinfiziert und eine sterile Kompresse so auf/in das Loch gelegt oder gefaltet, dass die Lederhaut bedeckt ist, die Kompresse aber nicht weit über die Ränder des Loches herausragen. Die Kompresse sollte auf der Seite der Lederhaut mit einem geeigneten Medikament versehen sein.

 

Der Trick ist nun, auf diese Kompresse weitere Kompressen zu stapeln, so dass diese das Sohlenniveau deutlich überragen. Dann wird jedes Mal, wenn durch die Belastung des Hufes ein Druck in seinem Inneren und damit an der Lederhaut entsteht, ein Gegendruck durch die überstehenden Kompressen erzeugt.

 

Das Ganze muss natürlich durch einen gut sitzenden Hufverband so fixiert werden, dass die Kompressen an ihrem Platz bleiben!

 

Ohne Druck kein Horn

 

Erwähnenswert ist noch, dass durch den entstehenden Druck nicht nur die Lederhaut gehindert wird sich vorzuwölben, sondern auch die Hornbildung angeregt wird. Die Lederhaut des Hufes bildet nämlich bei zuviel oder zu wenig Druck nur sehr wenig oder gar kein Horn.

Für eine gute Überhornung sollte es in dem Verband nicht Nass werden, deswegen empfehle ich den fertigen Verband mit einem wasserdichten Krankenschuh zu schützen, wenn das Pferd auf die Weide oder den Paddock darf. Bei Boxenruhe kann der Schuh entfallen, sofern man die Box sauber und trocken hält und den Verband mit Gaffertape oder ähnlichem schützt, welches man regelmäßig kontrolliert. Je nach Fall und Verlauf sollte der Verband alle 1 bis 3 Tage gewechselt werden.

 

Auch wenn das Prinzip einfach ist, hat die Ausführung so ihre Tücken. Die Menge der Kompressen muss richtig bemessen sein und sie müssen am Ende immer noch am richtigen Platz sein. Außer “im Notfall” sollte man das also lieber jemandem überlassen, der das sicher beherrscht.

 

Keil oder nicht Keil, das ist hier die Frage….

In der letzten Zeit war ich in der einen oder anderen Facebook Gruppe unterwegs, die rund um das Thema Huf entstanden sind. Dabei ist mir aufgefallen, dass es etliche Themen gibt, die heiß umstritten sind. Das ist nur natürlich, da diese Gruppen häufig ihren Ursprung bei Hufschulen haben, deren Absolventen ihr Gelerntes manchmal geradezu dogmatisch wie eine Weltanschauung verteidigen.

Zu diesen Themen gehört auch, wie sich die Kräfteverhältnisse im Huf ändern, wenn man die Trachten (den hinteren Teil des Hufes) mit Hilfe eines Keiles höher stellt.

Dieses wird in der Regel aus orthopädischen Gründen gemacht, etwa um die tiefe Beugesehne zu entlasten, aus welchen Gründen auch immer. Diese Wirkung scheint auch nicht wirklich umstritten zu sein.

Warum einen Keil benutzen

Bei Pferden mit einer akuten Hufrehe benutzt man einen Keil aus verschiedenen Gründen.

  1. um die tiefe Beugesehne zu entlasten, die unten am Hufbein ansetzt. Davon verspricht man sich eine Minimierung der Rotation des Hufbeines in der Hornkapsel, die bei einer Hufrehe häufig auftritt.
  2. um das “Abrollen” des Hufes zu erleichtern, was wiederum die tiefe Beugesehne entlastet (siehe 1)).
  3. um das einfallende Gewicht des Pferdes möglichst auf die hintere Hufhälfte zu verlagern, um die geschädigte und schmerzende vordere Hufhälfte zu entlasten.

Die unter Punkt 3) angeführte Wirkung wurde in den Kommentaren immer wieder bestritten.Bei dieser Gelegenheit erinnerte ich mich daran, dass ich einmal eine Doktorarbeit (Dissertation) zu diesem Thema gelesen habe.

Zum Glück habe ich diese auch wiedergefunden:

Dissertation zum Thema

Pascal Klunder (aus Frankreich) hat im Jahr 2000 seine Doktorarbeit an der veterinärmedizinischen Fakultät der freien Universität Berlin eingereicht mit dem Titel:

“Physikalische Auswirkungen der Trachtenhochstellung am Huf des Pferdes”

Herr Dr. Klunder hat für seine Untersuchungen einen modifizierten Hufschuh benutzt, der mit Hilfe von Druckrezeptoren die Verteilung der vom Pferdegewicht erzeugten Kraft in den vier Quadranten des Hufes messen kann (also äußere Zehe, innere Zehe, äußere Trachte, innere Trachte).

Zu seiner Methodik schreibe ich weiter unten noch etwas, aber für die ungeduldigen erst mal die Ergebnisse:

Ergebnisse

Er hat gemessen, dass bei gesunden/lahmfreien Pferden ohne eine Trachtenerhöhung, also einfach plan auf dem Boden stehend, der Huf im Stand recht gleichmäßig mit Gewicht belastet wird. Die vordere Hufhälfte nahm dabei etwas mehr Kraft auf als die hintere (ca 2%) und die äußere ein bisschen mehr als die innere (Prozentzahl vergessen).

Konkret bedeutete dies, daß die hintere Hufhälfte im Schnitt 48% des Gewichtes getragen hat.

Nachdem er die Keile unter den Hufschuhen angebracht hatte zeigte sich ein völlig anderes Bild. Die Keile hatten an der dicken Seite 3 cm Höhe und bewirken einen Winkel zwischen Hufunterseite und Boden von 20°.

Nach dem Anbringen dieser Keile also trug die hintere Hufhälfte bei gesunden Pferden nicht mehr nur 48%, sondern nunmehr 84% des einfallenden Pferdegewichtes!

Es ist also genau das passiert, was man sich für ein Pferd in einem akuten Reheschub wünscht!

Lassen wir Dr. Klunder einmal selbst zu Wort kommen:

“Diese Feststellung, ähnlich wie die Ergebnisse in der Druckpresse, lassen den Schluß zu, daß die Trachtenhochstellung die Gesamthufkraft bzw. die vertikale Hufkraft einer Gliedmaße in den Trachtenbereich verschiebt. Die Trachten werden vermehrt belastet, die Hufspitzen um die Kraftdifferenz entlastet (die Gesamthufkraft bleibt unverändert).”

Außerdem konnte er seinen Messungen entnehmen, dass der Schwerpunkt der Kraft im Mittel 3-4 cm hinter der Strahlspitze liegt. Das ist gut, weil in der Regel der Bereich des größten Schmerzes vor der Strahlspitze liegt, wenn das Pferd von einem Reheschub betroffen ist.

Rehepferde

Klunder hat auch Pferde in seine Arbeit aufgenommen, die an einer Hufrehe erkrankt waren.

Diese zeigten eine Besonderheit: Bereits bei der Messung ohne den Keil trug hier die hintere Hufhälfte 61-63% des Pferdegewichtes, also deutlich mehr als die 48% beim gesunden Pferd. Das leuchtet ja auch ein, da ein Rehepferd ja versucht, den schmerzenden Bereich der Zehe zu entlasten. Daher ja auch die rehetypische Trachtenfußung.

Mit dem 3cm/20° Keil lag die Belastung der hinteren Hufhälfte fast genauso wie bei den gesunden Pferden bei 81-82% (84%).

Mit anderen Worten: Auch bei Rehepferden wird die Last durch das Anbringen einer Trachtenerhöhung weiter in die hintere Hufhälfte verlagert als sie es von sich aus schaffen.

Methodik

Noch kurz zur Vorgehen von Pascal Klunder:

Er benutzte für seine Arbeit 2 Methoden:

Zum einen benutzte er 30 abgetrennte Vorderbeine von Pferden, die er vom Schlachthof bekam. Diesen zog er den besagten Hufschuh mit Messvorrichtung an und spannte sie in eine Apparatur mit Druckpresse, die es ermöglichte, die Kräfteverhältnisse eines stehenden Pferdes zu simulieren.

Zum anderen hat er Messungen an 30 lebenden, gesunden/lahmfreien Pferden vorgenommen und zwar am stehenden Pferd.

Die Messungen mit Hilfe der Druckpresse entsprachen sehr gut denen an den lebenden Pferden, weswegen sie zusammengefasst werden konnten.

Die Gruppe der Rehepferde war fünf Pferde groß und wurde genauso untersucht, wie die der gesunden Pferde.

Jede Messung wurde 3 Mal vorgenommen. Außerdem gab es noch röntgenologische Untersuchungen. Den Link zu der Arbeit füge ich unten an.

Andere Meinungen

Bei meinen Recherchen habe ich herausgefunden, dass Frau Dr. Rasch dieser Meinung ist:

“Unter Umständen führt eine Anhebung des hinteren Hufbereiches bei diesen Situationen zu einer unerwünschten Mehrbelastung des Hufbeinträgers im Bereich der Zehenwand, bewirkt letztlich also das Gegenteil dessen, was man eigentlich beabsichtigt”

Sie führt an, dass drei Arbeiten zu diesem Thema zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kämen. Und zwar DOHNE 1991, KLUNDER 2000, BUCHNER 2008.

Leider stehen mir die Arbeiten von Dohne und Buchner nicht zur Verfügung.

Meine Meinung

Ich glaube aber, dass das Pferd das letzte Wort haben sollte. Die meisten Pferde, die ich in einem akuten Reheschub gesehen habe, liefen jedenfalls mit einem Keil besser als ohne.

Aber man sollte sich schon die Zeit nehmen, es auszuprobieren und offen sein für das Unerwartete. Nur weil in meiner Welt etwas wahr ist und von Experten untermauert wird, muss es nicht in jedem Fall funktionieren. Wahrheit ist in der Wissenschaft ja häufig eher so eine Art Arbeitshypothese, die gut funktioniert. Sie Ist solange wahr, bis sie jemand widerlegt.

Oder, wie ich gerne sage: Die Welt entsteht im Kopf😉 


3 Wege aus der Strahlfäule Falle

Ursachen, Methoden und Mittel

 

Dein Pferd hat Strahlfäule.
Es stinkt beim Hufe kratzen und manchmal blutet es auch.
Dein armes Pferd. Es nervt.
Du hast gefühlt schon 1000 Sachen ausprobiert.
Hast Zahnpasta rein geschmiert.
Alle möglichen Strahlfäule Mittel für teures Geld aufgetragen.
Den Hufbearbeiter gewechselt.
Den Tierarzt gefragt.
Stundenlang gegoogelt, wie man Strahlfäule behandeln kann.

Vor allem viele, viele “gute Ratschläge” ausgehalten.

Lass die Strahlfäule nicht soweit kommen
Lass die Strahlfäule nicht soweit kommen

Du hast eigentlich keine Lust mehr, aber Du machst Dir Sorgen um Dein Pferd.

Strahlfäule weg zu bekommen ist oft langwierig, aber möglich.

Es gibt eine Ursache, warum der Strahl deines Pferdes fault.
Wenn Du diese finden und abstellen kannst, erledigt sich die Strahlfäule oft von selbst.
Das ist Detektivarbeit, die sich aber lohnt. Oft gibt es auch mehrere Ursachen, die zusammen wirken.
Je mehr davon Du abstellen kannst, desto besser wird das Ergebnis sein.

Aber Du bist vielleicht ungeduldig und fragst Dich, ob Du nicht sofort etwas tun kannst, um die Situation am Hufstrahl Deines Pferdes schnell zu verbessern.

Das kannst Du. Und zwar von “innen” und von “außen”.

 

  1. Weg (von außen): Es gibt eine Methode, die sehr gut hilft, die Fäulnis zu stoppen.
    Wenn Du die
    Ursachen nicht abstellst (abstellen kannst) hilft sie zumindest so lange, wie Du sie anwendest. Das ist doch schon mal eine gute Nachricht!
  2. Weg (von innen): Du hilfst deinem Pferd, die Hornbildung zu optimieren,
    so dass besseres Horn gebildet wird, welches von den Bakterien dann nicht so schnell zersetzt wird.
    In der Regel wächst das Horn dann auch schneller.
    Solange es schneller wächst, als es fault, gibt es kein echtes Problem!
    Dies kann man häufig über die Fütterung erreichen indem man z.B. Ginkgo oder Ginkgo und Mineralstoffe gemeinsam füttert. Ginkgo kann die Aufnahme der von Dir zugefütterten Mineralstoffe, Spurenelemente und schwefelhaltigen Aminosäuren meiner Meinung nach verbessern. (Ich empfehle gerne 30 g getrocknete Ginkgoblätter am Tag zusammen mit 10 ml Kerabol, einer flüssigen Mischung von Equistro).
    Die Gabe von Biotin alleine verbessert die Hufe nach meiner Beobachtung im allgemeinen nicht.
  3. Weg: Der Königsweg ist natürlich:
    Du stellst alle Ursachen ab, die bei deinem Pferd die Strahlfäule verursachen.
    Welche Ursachen dies sein können, erfährst Du in dem Artikel „Strahlfäule Basiswissen„.
    Dort gebe ich auch Tipps, wie man Mißstände beseitigen kann.

Seit fast 30 Jahren bearbeite ich nun Hufe als staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied.
Ich habe immer genau hingeschaut, bin allen Tips nachgegangen, habe Hausmittel getestet und habe lange Gespräche mit Pferdebesitzern und anderen Fachleuten geführt und ich bin sicher:
Wenn Du alle drei Wege beschreitest, wirst Du das Problem für Dich und Dein Pferd mit ziemlicher Sicherheit in absehbarer Zeit abhaken können.

Wenn es nicht möglich sein sollte, alle Ursachen abzustellen, wirst Du zumindest schätzungsweise in 8 von 10 Fällen eine deutliche Verbesserung erreichen. So deutlich, dass Du und dein Pferd damit leben könnt.

In meinem Artikel „Strahlfäule Basiswissen“ erkläre ich genau die erwähnte Methode.
Es gibt auch ein ausführliches Video dazu.

Den Fütterungstipp (Ginkgo) habe ich vor Jahren von einer Tierheilpraktikerin bekommen, deren Pferd selbst Hufprobleme hatte. Seitdem konnte ich den Rat an viele Pferdebesitzer weitergeben und habe zahlreiche positive Rückmeldungen bekommen. Einen Link zu diesem Tipp findest Du natürlich auch in dem Artikel.

Und selbstverständlich beschreibe ich dort  alle wichtigen Strahlfäule Ursachen und gebe Tipps, wie Du sie erkennen und abstellen kannst!

Strahlfäule vorbeugen

Lese Dir den Artikel auch durch, wenn Du der Strahlfäule vorbeugen möchtest. Denn Vorbeugung ist nur möglich, wenn man möglichst viele Fakten und Zusammenhänge kennt. Und diese musst Du auch in den bei Dir gegebenen Haltungsbedingungen erkennen können, damit Du weißt, worauf es ankommt. Dabei möchte ich Dir gerne helfen!

Also los:

Lesen!
Umsetzen!
Strahlfäule loswerden!

Weiterlesen gegen Strahlfäule für einen gesunden Hufstrahl
Weiterlesen gegen Strahlfäule für einen gesunden Hufstrahl

…. liegt das jetzt in der warmen Jahreszeit sehr häufig daran, dass es von Fliegen, Bremsen, Mücken etc gequält wird.

Helfen Sie ihrem Pferd und dem Hufbearbeiter so gut Sie können, diese schwierige Situation entspannt zu überstehen!

Schon die Wahl des Bearbeitungsortes hilft die Anzahl der Plagegeister zu gering wie möglich zu halten:

Bremsen (oder Pferdefliegen/Kuhfliegen wie sie mancherorts genannt werden ) kommen meist nicht in den Stall, oder überhaupt in Gebäude, Fliegen lieben warme ( z.B. sonnenbeschienene ) Plätze.

Wenn möglich sollte das Pferd also an einem schattigen Ort, am besten unter Dach bearbeitet werden. Ideal ist noch ein wenig Luftzug. Auf manchen Stallgassen sind aber auch besonders viele Fliegen. Probieren Sie aus, wo bei Ihnen die wenigsten Fluginsekten sind.

Gegen die verbliebenen Fliegen etc. schützen Sie Ihr Pferd am Besten mit einer Fliegendecke mit Halsteil und Bauchlatz. So ist schon einmal ein großer Teil des Pferdekörpers bedeckt.

Die noch verbliebenen freien Flächen können Sie einigermaßen fliegenfrei halten, indem Sie ein Handtuch so in die Hand  nehmen, dass es lang herunterhängt und das Sie nun um die Beine herum und unter den Bauch wedeln. Am Besten systematisch um jedes Bein herum, dann unter dem Bauch und dann wieder beim ersten Bein anfangen. Besonders an den Kronrändern der Hufe, aber auch an den Röhrbeinen finden sich oft Fliegen, die zwar wie Stubenfliegen aussehen, aber in Gegensatz zu diesen beißen und Blut saugen, was für das Pferd schmerzhaft und unangenehm ist, so dass es mit diesem Bein aufstampfen will, um die Fliege zu verscheuchen, was regelmäßig zu „rumgehampel“ und Streit führt, wenn der Hufbearbeiter gerade ein anderes Bein aufgehoben hat. Wenn Sie die Fliegen regelmäßig verscheuchen entspannt sich die Lage meist.

Bei sehr sensiblen Pferden und hohem Fliegenaufkommen wickele ich auch schon einmal Bandagen locker um die Beine, angefangen fast auf dem Huf bis möglichst weit oben, solang die Bandage eben ist. Angetan mit solchen „Kniestrümpfen“ werden die Tiere meist auch schon merklich ruhiger.

Fliegensprays helfen nach meiner Beobachtung meist nur kurze Zeit und können zumindest bei mir über längere Zeit schon mal Kopfschmerzen und rote Flecken bei Hautkontakt hervorrufen. Fragen Sie also am Besten Ihren Hufbearbeiter, wie er es gerne hätte!

…. liegt das jetzt in der warmen Jahreszeit sehr häufig daran, dass es von Fliegen, Bremsen, Mücken etc gequält wird.

Helfen Sie ihrem Pferd und dem Hufbearbeiter so gut Sie können, diese schwierige Situation entspannt zu überstehen!

Schon die Wahl des Bearbeitungsortes hilft die Anzahl der Plagegeister zu gering wie möglich zu halten:

Bremsen (oder Pferdefliegen/Kuhfliegen wie sie mancherorts genannt werden ) kommen meist nicht in den Stall, oder überhaupt in Gebäude, Fliegen lieben warme ( z.B. sonnenbeschienene ) Plätze.

Wenn möglich sollte das Pferd also an einem schattigen Ort, am besten unter Dach bearbeitet werden. Ideal ist noch ein wenig Luftzug. Auf manchen Stallgassen sind aber auch besonders viele Fliegen. Probieren Sie aus, wo bei Ihnen die wenigsten Fluginsekten sind.

Gegen die verbliebenen Fliegen etc. schützen Sie Ihr Pferd am Besten mit einer Fliegendecke mit Halsteil und Bauchlatz. So ist schon einmal ein großer Teil des Pferdekörpers bedeckt.

Die noch verbliebenen freien Flächen können Sie einigermaßen fliegenfrei halten, indem Sie ein Handtuch so in die Hand  nehmen, dass es lang herunterhängt und das Sie nun um die Beine herum und unter den Bauch wedeln. Am Besten systematisch um jedes Bein herum, dann unter dem Bauch und dann wieder beim ersten Bein anfangen. Besonders an den Kronrändern der Hufe, aber auch an den Röhrbeinen finden sich oft Fliegen, die zwar wie Stubenfliegen aussehen, aber in Gegensatz zu diesen beißen und Blut saugen, was für das Pferd schmerzhaft und unangenehm ist, so dass es mit diesem Bein aufstampfen will, um die Fliege zu verscheuchen, was regelmäßig zu „rumgehampel“ und Streit führt, wenn der Hufbearbeiter gerade ein anderes Bein aufgehoben hat. Wenn Sie die Fliegen regelmäßig verscheuchen entspannt sich die Lage meist.

Bei sehr sensiblen Pferden und hohem Fliegenaufkommen wickele ich auch schon einmal Bandagen locker um die Beine, angefangen fast auf dem Huf bis möglichst weit oben, solang die Bandage eben ist. Angetan mit solchen „Kniestrümpfen“ werden die Tiere meist auch schon merklich ruhiger.

Fliegensprays helfen nach meiner Beobachtung meist nur kurze Zeit und können zumindest bei mir über längere Zeit schon mal Kopfschmerzen und rote Flecken bei Hautkontakt hervorrufen. Fragen Sie also am Besten Ihren Hufbearbeiter, wie er es gerne hätte!

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