Von krummen Eisen, Hufgeschwüren und einem Teddybär im Stall

Es war ein Montag, und er wusste es, ohne dass jemand es aussprechen musste. Der Tag hatte diese typische Montagsenergie, die sich wie ein unsichtbarer Schleier über alles legte. Der Morgen begann ruhig, fast trügerisch friedlich. Ein ausgiebiges Frühstück, ein Moment der Stille – und dann der Griff zum Telefon. Sieben Nachrichten. Sieben kleine Vorboten eines Tages, der sich bereits in Bewegung gesetzt hatte, bevor er überhaupt das Haus verlassen hatte.

Ein Pferd hatte sich ein Eisen krumm getreten und lahmte. Zwei weitere standen unter Verdacht, ein Hufgeschwür zu haben. Ein großer Termin, der eigentlich die Woche strukturieren sollte, fiel ins Wasser – Handwerker im Stall. Ein kleiner Termin musste verschoben werden, weil die Besitzerin im Krankenhaus war. Ein weiteres Pferd, das getreten worden war und nun lahmte, ließ die Besitzerin zweifeln, ob ein Beschlag überhaupt möglich sei. Und dann noch eine gewöhnliche Terminanfrage, fast wie ein kleiner Lichtblick inmitten des Chaos. Er seufzte. Es war Montag, und die halbe Woche musste umgeplant werden.

Die Planung begann, wie sie immer begann: mit einem Telefon in der Hand und einem Kopf voller Prioritäten. Von zu Hause aus, von unterwegs aus – eigentlich egal, wo. Der Tag hatte seinen eigenen Rhythmus, und er war nur ein Mitspieler in diesem Spiel. Der erste Stall war ein vertrauter Ort, ein privater Stall, den er seit Jahren kannte. Als er eintrat, musste er schmunzeln. Ein riesiger Teddybär saß auf dem Boden, ein seltsamer Anblick, selbst für ihn. Später erfuhr er, dass der Bär als Dummy diente, um ein junges Pferd an das Gefühl zu gewöhnen, etwas auf dem Rücken zu tragen. Eine kreative Idee, die offenbar funktionierte. Die Pferde waren brav, die Arbeit lief reibungslos, und er konnte planmäßig weiterfahren.

Unterwegs sortierte er die Vorfälle, priorisierte, telefonierte. Das Pferd mit dem krummen Eisen war der nächste Halt. Der Schaden war beeindruckend: Das Eisen war nicht nur verbogen, sondern zur Hälfte abgezogen und wieder hineingetreten. Ein Aufzug des Beschlags steckte in der weißen Linie, zum Glück ohne größeren Schaden anzurichten. Er dachte kurz darüber nach, wie viel Kraft nötig sein musste, um ein Eisen so zu verbiegen. Vielleicht war die Lahmheit gestern schlimmer gewesen, vielleicht war eine Sehne gezerrt. Aber jetzt, nach der Reparatur, lief das Pferd wieder tadellos. Nächste Woche stand ohnehin ein neuer Beschlag an.

Die Zeit verflog, wie sie es immer tat, und der letzte Stall des Tages wartete. Dort ging alles unkompliziert vonstatten, eine willkommene Abwechslung nach den kleinen Dramen des Tages. Doch auch hier war die Ruhe trügerisch. Ein Anruf unterbrach die Routine: Eine neue Kundin wollte ihn unbedingt für ihren Stall gewinnen. Sie hatte von ihm in einer Facebook-Gruppe gehört, wo er offenbar empfohlen worden war. Das schmeichelte ihm, natürlich, aber er wusste, dass er keine Zeit hatte. Er hatte gelernt, Nein zu sagen, auch wenn es ihm schwerfiel. Es war besser so – besser, als Termine zu verschieben, in Hektik zu geraten und die Qualität seiner Arbeit zu gefährden.

Jetzt saß er im Auto, der Feierabend war da, und die Dunkelheit hatte sich über den Tag gelegt. Ende Oktober, und doch waren die Temperaturen noch immer bei 16 bis 18 Grad. Er sehnte sich nach kühlerem Wetter, nach einem Hauch von Herbst, der die Fliegen vertreiben würde, die ihn den ganzen Tag über geärgert hatten. Ein ruhiger Abend lag vor ihm, und er hoffte, dass der Dienstag weniger montagshaft sein würde. Aber das war wohl zu viel verlangt.

Ein turbulenter Montag mit vielen Terminänderungen und einem großen Teddybären im Stall

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