Manchmal sind es die kleinen Siege, die den Tag besonders machen. Heute war so ein Tag. Er hatte es mit einer bunten Truppe zu tun – Vollblüter aller Altersklassen, die ihm, zu seiner Überraschung, wohlgesonnen waren. Das allein war schon bemerkenswert, denn wer mit solchen Charakteren arbeitet, weiß: Kooperation ist keine Selbstverständlichkeit. Doch heute schien der Wind günstig zu stehen.
Sogar das junge Pferd, das ihm beim letzten Mal die Hinterhufe standhaft verweigert hatte, ließ sich heute brav ausschneiden. Ein Moment, der ihn innehalten ließ. Es war einer dieser Augenblicke, in denen sich die Geduld und das Üben auszahlen. Üben, so dachte er, ist eben doch der Schlüssel. Besonders bei denen, die die "Grundschule" in Anführungszeichen nicht absolviert haben. Ohne diese Basis wird es schnell schwierig. Aber es war nicht nur das Üben, das heute den Unterschied machte. Es war auch die Person, die vorne am Kopf stand. Ihre Stimmung, ihre Haltung – all das überträgt sich. Entspannt der Mensch, entspannt das Pferd. Aufgeregt der Mensch, na ja, der Rest ist bekannt.
Er hatte es schon oft beobachtet: Wenn die Person, die das Pferd hält, nicht bei der Sache ist, wird auch das Pferd unaufmerksam. Und dann? Dann fängt es an, eigene Ideen zu entwickeln. Manchmal reicht es schon, wenn die Unterhaltung nebenbei zu lebhaft geführt wird. Zu viel Energie in den Worten, und das Pferd reagiert. Heute gab es ein, zwei solcher Momente. Aber insgesamt war es ruhig. Eine angenehme Ausnahme.
Natürlich gab es auch die üblichen Herausforderungen. Die matschigen Paddocks, von denen die Pferde kamen, machten die Sache nicht leichter. Trotz aller Bemühungen, die Hufe schnell zu reinigen, blieb der Rutschfaktor ein Problem. Seine neuen Handschuhe leisteten gute Dienste, hielten die Hände trocken, aber der Wunsch nach sauberen, trockenen Hufen bleibt. Ein Wunsch, der sich selten erfüllt, aber träumen darf man ja.
Am Ende des Tages war er dennoch zufrieden. Die oft wilde Truppe hatte sich heute von ihrer friedfertigen Seite gezeigt. Und so machte er sich auf den kurzen Weg nach Hause, mit dem Gedanken, den Tag noch ein wenig am Schreibtisch ausklingen zu lassen. Ein Tag unter Vollblütern – lehrreich, fordernd, und doch irgendwie versöhnlich.
