Machen Pferdebesitzer sich zu viele Sorgen?

Tag 48

Ein Tag, der sich in die Kategorie "kurz, aber nicht schmerzlos" einordnen lässt. Er war der zweite von dreien dieser Woche, die aus Gründen, die nur der Kalender kennt, kürzer ausfielen. Doch kurz heißt nicht unbedingt ereignislos. Heute war es eine Mischung aus Routine und einem Hauch von Rätselraten – eine Art Alltagspuzzle, das sich nicht so recht lösen lassen will.

Da war dieses eine Pferd. Polster und Platte mussten wieder unter die Hufeisen. Ein altbewährter orthopädischer Beschlag, der ein Jahr lang gute Dienste geleistet hatte. Doch der Versuch, in den "Normalbetrieb" zurückzukehren, war gescheitert. Lahmheit. Wieder. Die Ursache? Unklar. Es gibt Vermutungen, dass das Strahlbein leichte Veränderungen zeigt. Aber das ist selten, vor allem bei den Hinterbeinen. Dr. Körber, der alte Lehrmeister, hatte einst gesagt, das käme höchstens bei Kutsch- und Trabrennpferden vor. Tja, Ausnahmen bestätigen die Regel. Und so bleibt die Hoffnung, dass der Beschlag das Problem wieder in den Griff bekommt. Morgen wird man mehr wissen. Oder auch nicht.

Der Rest des Tages? Routine. Hufschneiden an verschiedenen Orten, alles alte Bekannte. Keine besonderen Vorkommnisse. Und doch, während die Arbeit die Hände beschäftigt, wandern die Gedanken. Auf dem Heimweg dann die Erkenntnis: Pferdebesitzer machen sich heute viel zu viele Sorgen. Vielleicht liegt es am Internet, dieser unerschöpflichen Quelle von Informationen – und Desinformationen. Alles ist nur einen Klick entfernt, aber die Aufmerksamkeit wird oft durch Panikmache erkauft. Jeder hat eine Meinung, und jede Meinung findet irgendwo ihren Platz. Das Ergebnis? Verunsicherung. Alarmismus. Und eine Menge verpasster Momente, die man eigentlich mit seinem Tier genießen könnte.

Früher, so denkt er, war das anders. Da wurde Wissen noch direkt weitergegeben, von Mensch zu Mensch, von Reitlehrer zu Schüler. Heute fühlt man sich informiert, ist es aber oft nicht. Ein Thema, das einen eigenen Blogpost wert wäre. Ironisch, nicht wahr? Noch mehr Informationen, um die Flut an Informationen zu kommentieren.

Doch genug der Gedanken. Der Heimweg endet, und mit ihm der Tag. Fast. Denn da ist noch diese leere Mülltonne, die am Straßenrand steht. Ein kurzer Moment der Entscheidung: Mitnehmen. Morgen könnte sie nützlich sein. Oder auch nicht. Hauptsache, sie wird nicht im Auto vergessen. Aber das ist eine Sorge für morgen. Heute ist Schluss.

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