Tag 33
Sechzehn Grad Anfang November. Viel zu warm, dachte er, während die Sonne sich mit ein paar Wolken abwechselte und die Fliegen sich über die unerwartete Einladung freuten. Ein Tag, der sich nicht entscheiden konnte, ob er Herbst oder Frühling sein wollte. Und er? Er war mittendrin, unterwegs, von einem Ort zum nächsten, mit einem Programm, das so vielseitig war wie die Wetterlage.
Zwischen den kleineren Stellen, die ihn heute beschäftigten, gönnte er sich den seltenen Luxus einer Pause zu Hause. Luxus, der sich schnell als pragmatische Zwischenlösung entpuppte. Ein vergessenes Paket Ginkgo für eine Kundin musste mitgenommen werden – ein kleiner Fauxpas, der sich leicht beheben ließ. Und dann war da noch die Mülltonne. Leer, endlich. Ein paar hundert Meter von ihrem angestammten Platz entfernt, wie immer. Er dachte, es wäre eine gute Idee, sie direkt mitzunehmen. Praktisch, effizient – zumindest in der Theorie.
Die Realität? Die leere Tonne begleitete ihn den Rest des Tages. Ein stiller, aber nicht unauffälliger Begleiter, der für mehr Belustigung bei seiner Kundschaft sorgte, als ihm lieb war. Und jetzt, auf dem Heimweg, hoffte er inständig, sie nicht wieder zu vergessen. Morgen mit einer leeren Mülltonne im Auto aufzutauchen, das wäre dann doch zu viel des Guten.
Die Pferde? Relativ brav, wie er es nannte. Ein paar zweijährige Vollblüter, die ihm kurzzeitig die Nerven raubten, aber letztlich besser mitspielten, als er erwartet hatte. Und dann war da noch das lahmende Pferd im letzten Stall. Ein Fall, der ihn zum Nachdenken brachte. Zehenlänge, Abrollverhalten, Stolpern – alles eine Frage der Balance. Er hatte getan, was er konnte, und sich für einen bewährten Beschlag entschieden. Französische Zehenrichtung, Platte, Polster – ein kleines Experiment, das vielleicht große Wirkung zeigen könnte. Ein Zwischenbericht in ein paar Tagen würde zeigen, ob er richtig lag.
Jetzt aber war er hungrig. Sehr hungrig. Der Gedanke an ein warmes Abendessen zu Hause war verlockend. Und die Mülltonne? Die musste noch aus dem Auto. Ein letzter Akt des Tages, bevor er sich endlich entspannen konnte.

