„Ein Mustang ist auch keine Garantie.“

Mit diesem Gedanken begann der Tag, der zunächst gemächlich dahintröpfelte, wie ein Winterbach, der sich noch nicht sicher ist, ob er wirklich fließen will. Vormittags war die Arbeit eher überschaubar, denn nicht alle Pferde, die auf der Liste standen, hatten tatsächlich Bedarf. Die Hufe schienen sich in eine Art Winterpause verabschiedet zu haben – ein Phänomen, das er schon oft beobachtet hatte. Im Winter wachsen die Hufe langsamer, genauso wie unsere Fingernägel. Ein kleiner biologischer Fun Fact, der ihn immer wieder schmunzeln lässt: Weniger Licht, weniger Wachstum. Der Prolaktinspiegel im Blut sinkt, und damit auch die Hornproduktion. Es ist, als ob die Natur selbst den Tieren eine Pause gönnt.

Doch der Nachmittag hatte andere Pläne. Die Ruhe wich einer gewissen Betriebsamkeit, und ein altbekanntes „Sorgenkind“ stand wieder auf der Matte – ein Mustang. Ein Pferd, das in der Wildnis geboren wurde, und dem man eigentlich Robustheit und Gesundheit nachsagt. Doch die Realität ist oft weniger romantisch, als man denkt. Mangelerscheinungen in der Fohlenzeit, die sich auf Sehnen, Gelenke und Knochen auswirken, sind bei solchen Tieren keine Seltenheit. Ein Thema, das ihn immer wieder beschäftigt. Augen auf beim Mustangkauf, denkt er sich. Vielleicht ist ein in Gefangenschaft geborenes Exemplar doch die bessere Wahl.

Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis: Nichts ist so, wie es scheint. Nicht bei Mustangs, nicht bei Hufen, und schon gar nicht im Leben. Ein Tag, der mit einem leichten Augenzwinkern endet – und der ihn daran erinnert, dass selbst die Natur ihre kleinen Ironien hat.

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