hippophil Rehe-Wissen

Hufrehe erkennen an Stand und Gang #7

hippophil Rehe-Wissen Podcast | Kartgorie:Grundlagen

Wenn ein Pferd die Vorderbeine nach vorne streckt und kaum noch laufen will, ist das ein Alarmsignal. Wie du Rehegang und Rehestellung erkennst und richtig handelst.

In den Folgen 5 und 6 ging es um die subtilen Frühwarnzeichen einer beginnenden oder schleichenden Hufrehe. In dieser Folge geht es um das andere Ende der Skala: den schweren akuten Reheschub. Wenn ein Pferd die Vorderbeine weit nach vorne schiebt, die Hinterbeine unter den Körper zieht und kaum noch laufen will, ist das eine Schonhaltung gegen den Schmerz. Du lernst, wie Rehegang und Rehestellung entstehen, warum das Pferd diese Haltung einnimmt und wie du das von anderen Ursachen unterscheidest. Danach stehst du im Ernstfall nicht mehr hilflos daneben, sondern weißt, was du siehst und was als Nächstes passieren muss.

"In dieser Folge erfährst du"

Die Rehestellung: Warum das Pferd so stehtVorderbeine nach vorne gestreckt, Hinterbeine unter den Körper geschoben, Gewicht auf die Hinterhand verlagert. Das ist die sogenannte Sägebockstellung, eine Schonhaltung gegen den Schmerz. Du verstehst, warum das Pferd diese Position wählt und was im Huf passiert, das den Zehenbereich so schmerzhaft macht.

Der Rehegang: Kurze Schritte, Trachtenfußung und das WendenEin Pferd mit schwerer Hufrehe macht kurze, staksige Schritte und versucht, nur auf den Trachten aufzufußen. Wenden ist besonders schmerzhaft. Du erkennst dieses Gangbild und verstehst, warum es bergab oft noch schlimmer wird.

Abgrenzung: Ist es wirklich Hufrehe oder etwas anderes?Nicht immer, wenn ein Pferd beide Vorderhufe entlasten will, ist es Rehe. Auch eine massive Sohlenlederhautentzündung kann ein ähnliches Bild erzeugen, etwa nach zu kurzem Schneiden oder langen Strecken auf hartem Boden. Du lernst, worauf die Unterscheidung ankommt und warum die Vorgeschichte des Pferdes entscheidend ist.

Praxistipp: Wann und wie ein Video dem Tierarzt hilftDu weißt, wann ein kurzes Video dem Tierarzt hilft, die Dringlichkeit einzuschätzen, und warum du auf keinen Fall extra vorführen solltest, denn jeder erzwungene Schritt kann die Lamellen weiter zerstören.

Fach-/Praxisabschnitt

Rehestellung und Rehegang: Schonhaltung, nicht Bewegungsstörung

Wenn ein Pferd eine schwere Hufrehe hat, sieht man oft ein Bild, das in Lehrbüchern als Sägebockstellung bezeichnet wird: Die Vorderbeine werden weit nach vorne geschoben, die Hinterbeine unter den Körperschwerpunkt gezogen. Die Absicht dahinter ist immer dieselbe: das Gewicht von den schmerzenden Vorderhufen auf die Hinterhand verlagern.

Der Schmerz entsteht in der vorderen Hufhälfte. Dort kann die Hufbeinspitze bereits auf die Sohlenlederhaut drücken, wenn eine Senkung oder Rotation stattgefunden hat. Das Pferd versucht, genau diesen Bereich zu entlasten, indem es nur die Trachten belastet, also den hinteren Teil des Hufes.

Im Gang zeigt sich das als kurze, staksige Schritte. Das Pferd fußt zuerst mit der Trachte auf und verkürzt den Schritt, damit der Körperschwerpunkt gar nicht erst über die schmerzende Zehe wandert. Wenden ist besonders problematisch: Das Pferd setzt sich fast auf die Hinterhand und dreht den Oberkörper in die gewünschte Richtung. Bergab verschlimmert sich das Bild zusätzlich, weil der Zehenbereich dann mehr Druck bekommt. Manche Pferde verweigern das Bergabgehen vollständig.

Wichtig: Dieses Gangbild ist keine Erkrankung des Bewegungsapparats. Es ist eine bewusste Schonhaltung gegen Schmerz. Das Pferd kann sich anders bewegen, aber es will nicht, weil jede andere Belastung den Schmerz verstärkt.

Ein ganz ähnliches Bild kann allerdings auch eine schwere beidseitige Sohlenlederhautentzündung erzeugen, etwa nach zu kurzem Schneiden oder nach langen Strecken auf hartem Boden ohne Hufschutz. Die Unterscheidung braucht die Vorgeschichte des Pferdes und eine Untersuchung vom Fachmann. Wenn du ein Pferd so stehen und laufen siehst, ist die richtige Reaktion in beiden Fällen dieselbe: Tierarzt rufen, keine weiteren Schritte erzwingen.

Hinweis zum AnhörenIm Podcast beschreibe ich das Gangbild und die Stellung so anschaulich, dass du es beim nächsten Stallbesuch wiedererkennen würdest. Außerdem erzähle ich von einem Fall, den ich vor etwa 15 Jahren erlebt habe und der nicht gut ausgegangen ist. Und du erfährst, warum ein kurzes Video auf dem Handy dem Tierarzt helfen kann, die Dringlichkeit einzuschätzen, du aber auf keinen Fall extra vorführen solltest. Danach stehst du nicht mehr hilflos daneben, sondern weißt, was du siehst und was als Nächstes passieren muss.

Weiterführende Links / passende FolgenWenn du die subtileren Frühwarnzeichen kennenlernen möchtest, höre dir Folge 5 (körperliche Zeichen) und Folge 6 (Verhalten, Schmerzgesicht, klinische Werte) an. In der nächsten Folge geht es darum, was du bei einem starken Reheverdacht tun kannst, bis der Tierarzt kommt: Erste Hilfe bei Hufrehe.

Wenn du den kostenlosen Hufrehe-Leitfaden anforderst, informiere ich dich auch über neue Folgen von hippophil Rehe-Wissen.

Du findest Rehe-Wissen auch auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube.